Gestern gegen 22 Uhr heulten plötzlich im gesamten Stadtgebiet die Sirenen: „Bedrohung der Bevölkerung“, ein an- und abschwellender Ton, eine Minute lang, sich ständig wiederholend.
Zusätzlich ertönte noch eine unverständliche Durchsage, irgendetwas mit „Lockdown“. Allerdings schlugen weder die Apps KatWarn an, noch kam über Cell Broadcast eine Meldung. Das ließ bereits vermuten, dass es sich um einen Fehlalarm handeln könnte.
Nichtsdestotrotz war die Verunsicherung zunächst groß. Und ich kann mir vorstellen, dass bei einigen Panik ausgelöst wurde – vor allem unter der älteren Bevölkerung. Die dazugehörige Entwarnung, ein einminütiger Dauerton, kam bis heute nicht. Und außer einer kurzen Pressemitteilung über einen Fehlalarm durch Kurzschluss war in den Medien nichts zu lesen.
Die Kommunikation bei einem derart drastischen Ereignis war meines Erachtens unterirdisch. Solches Verhalten führt lediglich dazu, dass beim nächsten, vielleicht echten Alarm niemand darauf reagiert, weil alle denken, es handele sich wieder um einen Fehlalarm. Das kann katastrophale Folgen haben. Zumal in der heutigen weltweiten Lage mit dem Ukrainekrieg im Hintergrund ist das nicht witzig und hinterlässt ein ungutes Gefühl für zukünftige Bedrohungslagen.


